Zukunftsfähiges Camping auf Festivals
Anregungen, Handlungsempfehlungen und Checklisten für die Gestaltung eines nachhaltigen Campingbereichs
Das Kulturbüro im Welthaus Bielefeld will ab sofort nicht nur Nachhaltigkeit für eigene Vorhaben mitplanen. Es bietet zukünftig allen Veranstalter*innen der lokalen Kulturszene Unterstützung beim Thema Nachhaltigkeit an. Und steht dabei mit Rat und Tat zur Seite. Denn die notwendige Transformation sollte auch in der Kulturarbeit umgesetzt werden.
Seit 1988 gibt es das Kulturbüro. Und seit dem Start unserer Kulturarbeit standen nicht nur Ziele wie ein »interkultureller Austausch« oder »Unterstützung von Künstler*innen aus dem Globalen Süden« im Vordergrund, sondern es wurde auch immer mehr auf Nachhaltigkeitskriterien bei Veranstaltungen geachtet. Im Laufe der Jahre haben wir im Bereich sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen viele Erfahrungen gesammelt, viel ausprobiert, erprobt und stetig optimiert.
Nachhaltigkeit beschäftigte uns insbesondere auch bei unserem Projekt Carnival der Kulturen, wo ganze Konzepte dazu entstanden. Zuletzt wurden bei der Großveranstaltung im Catering, mit seinen zahlreichen Imbissständen der internationalen Küche ausschließlich Bio-Zutaten verwendet. Aufschwung erhielt unsere nachhaltige Kulturarbeit dann insbesondere durch die Mitwirkung am Fairstival, als Paradebeispiel und Experimentierkasten konsequent nachhaltig gestalteten Veranstaltungsmanagements – inklusive opulentem Workshop-Programm zu Themen nachhaltiger Entwicklung. Durch die vielfältige praktische Erprobung bei Veranstaltungsformaten und parallel betriebener konzeptioneller Arbeit konnte im Welthaus-Kulturbereich eine umfangreiche Expertise aufgebaut werden
Als logische und vielversprechende Konsequenz entwickelten wir daraufhin den Plan, Beratungen und Begleitung für externe kulturelle Akteur*innen anzubieten. Diese Idee resultierte aus dem selbst gesetzten Ziel, nicht nur bei den eigenen Veranstaltungen gewisse Standards zu verfolgen, sondern perspektivisch die lokale Kulturszene dabei zu unterstützen, Bestandteil einer notwendigen gesamtgesellschaftlichen Transformation zu werden. Denn die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien, die auf eine Erreichung der Sustainable Development Goals (UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030) abzielen, wird von uns als eine Verantwortung begriffen, die auch im Rahmen von Kulturarbeit geleistet werden kann und werden sollte.
Diese Idee fiel mit der Ausschreibung eines Landesförderprogramms der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur zusammen, welches im Rahmen einer Konzeptförderung derartige Vorhaben unterstützt. Als neues Mitglied (seit 2022) in der LAG gelang es uns, die Förderung zu erhalten, mit deren Hilfe das Projektvorhaben eines Beratungsbüros für zukunftsfähige Kulturarbeit zunächst bis Mitte 2025 finanziert wird.
In Zusammenarbeit mit dem Fairstival wird nun daran gearbeitet, ein Beratungsbüro zum Thema ökologisch nachhaltiges Kulturmanagement zu etablieren. Soziale Nachhaltigkeit, in Hinblick auf Bildung für nachhaltige Entwicklung und globale Süd-Nord-Zusammenhänge, spielt ebenfalls eine Rolle und kann im Rahmen von Kulturprojekten berücksichtigt und unterstützt werden. Als nächster Schritt ist eine thematische Konferenz geplant, zu der alle Interessierten eingeladen sind.
Ende Februar 2023 fand die 1. Bielefelder Konferenz für Nachhaltigkeit in der Kulturarbeit statt. Wir sind sehr begeistert von der Resonanz und den spannenden inhaltlichen Beiträgen aller Beteiligten. Gemeinsam mit Partner*innen und engagierten Gästen hatten wir einen tollen öffentlichen Auftakt in der Volkshochschule Bielefeld für unser neues Projekt „Kultur für die Zukunft“. Wir sind inspiriert von dem Interesse der zahlreichen Gäste aus ganz Ostwestfalen und den Inputs der Referent*innen. Die Veranstaltung hat uns gezeigt: Auch der Kulturbereich ist Teil der sozial-ökologischen Transformation.
Am 5. Dezember 2023 in der Ravensberger Spinnerei
Donnerstag, 20. Februar 2025 in der VHS Bielefeld
Vier Inputs von Expert*innen verschiedener Kulturbereiche stellten konkrete Ansätze zum Handeln vor.
Die Entwicklung des Eventmanagements in der Kultur hin zu nachhaltigeren Produktionen und klimaschützenden Veranstaltungsformen schreitet aktiv voran. Im Internet befindet sich ein Füllhorn an hilfreichen Infos, Leitfäden, praxisorientierten Checklisten und Best-Practice-Beispielen. Im Folgenden sind von uns ausgewählte Leitfäden verlinkt, um die eigenen Events zukunftsfähig auszurichten.
• Umfassende Infos unterteilt in verschiedene Handlungsfelder der Kulturproduktion bieten die Handreichungen von Green Events Hamburg
• Universeller Ansatz und dennoch orientierungsstiftend: Vom Goethe-Institut entwickelter Leitfaden mit umfangreichen und grundsätzlichen Infos für Kulturveranstaltungen verschiedenster Art
• Knackige Checkliste von Sustainable Event Solutions auf zwei Seiten mit essentiellen Punkten für nachhaltige Eventplanung
• Mit dem Fokus auf Booking und Tourneen: Ein reichhaltiger Leitfaden der Popakademie Baden-Württemberg
• Unter dem Titel Greentouring stellt das Orchester des Wandels Kriterien für umweltschonende und emissionsarme Orchesterauftritte bereit
• 100 Seiten geballte Infos zu nahezu allen relevanten Themen für nachhaltige Veranstaltungen: Zu finden im Leitfaden vom deutschen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt
• Übersichtliche und gut sortierte Checkliste für Veranstaltungsorte von Music Declares Emergency Germany
• Die Vereine BUND Berlin und clubliebe entwickelten diesen Ratgeber speziell für Clubs, die nachhaltiger werden möchten. Inklusive praktischer Checklisten.
• Das inspirierende Best-Practice-Beispiel Labor Tempelhof mit umfangreichen Informationen und nach Themen sortierten praktischen „Spickzetteln“ für die sozial-ökologische Transformation der eigenen Veranstaltungen