Zimbabwe

Das Seifenprojekt von ZUBO in Binga

Zusammenarbeit von ZUBO und dem Welthaus

Im Nord-Westen von Zimbabwe liegt der ländlichen Distrikt Binga. Dort lebt am Kariba See die Volksgruppe der Tonga. Frauen der Tonga haben es schwer, sich und ihre Kinder zu ernähren. Ein Marsch von 20 km mit einem schweren Bündel Feuerholz auf dem Kopf, das dann für nur einen Dollar in der Kleinstadt Binga verkauft wird, ist manchmal die einzige Chance zum Überleben.

Das soll sich ändern. Seit 2009 unterstützt die Frauenorganisation ZUBO mehr als 20 Frauengruppen in den Dörfern rund um die Kleinstadt Binga. Viele Frauen haben seither mit Hilfe von ZUBO begonnen, sich eine Existenz aufzubauen: Sie stellen Körbe her, oder sie arbeiten im Fischfang, trocknen Fisch und verkaufen ihn. ZUBO hilft vor allem auch bei der Produktentwicklung und der Vermarktung.

Seit 2012 ist die Frauenorganisation ZUBO Partnerin des Welthaus. Derzeit fördert das Welthaus das ZUBO-Seifenprojekt. Ein Werkstatt-Gebäude wurde 2016 fertig gestellt, eine Ölpresse gekauft, Frauen wurden ausgebildet und die ersten Seifen produziert. Hier gelangt Ihr zu einem Bericht der Programm-Managerin von ZUBO, Michito Mudimba.

Wert schöpfend und Einkommen schaffend

Das Seifenprojekt nutzt die natürlichen Ressourcen der Region, um durch kleine Wertschöpfungsketten Einkommen für Frauen zu schaffen. Etwa 400 Frauen sammeln Jatropha-Samen und verdienen so Geld hinzu.  
Kleinbäuerinnen brauchen mehrere Einkommensquellen für ihren Lebensunterhalt. Zudem schaffen sich Frauen durch die Herstellung der Seife aus dem Öl der Samen ein dauerhaftes Einkommen.

Die Ärmsten der Armen werden erreicht

Im unfruchtbaren Binga am Kariba-Stausee ist die Bevölkerung ist extrem arm. Insbesondere Frauen haben kaum Einkommenschancen. Eine Studie fand 2012, dass über die Hälfte der Frauen in Binga weniger als 2 US-Dollar am Tag verdienen, davon jedoch oft ihre Familie ernähren muss.

In dieser Region genießt die Frauenorganisation ZUBO das Vertrauen der Frauen in der Region. ZUBO organisiert die Frauen in mehr als 20 Dorfgruppen, bietet Beratung und Austausch, unterstützt Frauen im Kampf um ihre Rechte und begleitet Einkommen schaffende Projekte, so auch das Seifen-Projekt.

Das Start-Up braucht noch Unterstützung

Die Vermarktung der Seife in Zimbabwe ist aufgrund der tiefen ökonomischen Krise des Landes sehr schwierig, deshalb wird die handgefertigte Jatropha Naturseife auch nach Deutschland importiert und mit ehrenamtlicher Unterstützung der Gruppe Südliches Afrika im Welthaus vertrieben. Von März 2018 bis März 2020 konnten 12.500 Seifen importiert werden. „Jatropha Dream – rein, natürlich, fair“ findet vielfältige Abnehmer: in Weltläden, auf Märkten oder individuell durch Förderer. Zudem verteilt eine Firma der Region sie als Kundengeschenk und der Weltgebetstag 2020 mit Projektland Zimbabwe lieferte sie an zahlreiche Gemeinden deutschlandweit.

Doch die Corona-Pandemie brachte Einbrüche beim Verkauf der Seife mit sich, stärkt aber ihre Bedeutung als Hygieneartikel, hier wie dort. So verteilt ZUBO in Binga noch mindestens bis April 2021 im Rahmen von geförderten Corona-Präventionsmaßnahmen Seifen an Bedürftige. Besonders dafür braucht ZUBO weitere Unterstützung.

Hierfür benötigen wir Ihre Spende!

Was ZUBO bisher schon geschafft hat

Die von ZUBO ins Leben gerufenen Frauengruppen in den Dörfern sind das Rückgrat der Organisation. Sie haben verschiedene Funktionen: Die Frauen sparen gemeinsam und vergeben kleine Kredite an Mitglieder, um ihnen die Mittel zu einem besseren Leben an die Hand zu geben. Das kann Saatgut, eine Nähmaschine oder auch ein Dach über dem Kopf sein. Wichtig ist auch, dass die Gruppentreffen den sozialen Zusammenhang zwischen den Frauen stärken. Viele Frauen haben seither mit Hilfe von ZUBO begonnen, sich eine Existenz aufzubauen: Sie stellen Körbe her, oder sie arbeiten im Fischfang, trocknen Fisch und verkaufen ihn. ZUBO hilft vor allem auch bei der Produktentwicklung und der Vermarktung.

Ein anderes erfolgreiches ZUBO Projekt war der Kauf eines Fischerbootes für eine Frauenkooperative. Das Boot eröffnete Frauen erstmals den Zugang zum lukrativen und bis dahin nur von Männern betriebenen Kapenta-Fischfang. Kapenta sind Süßwassersardinen – eine wichtige Eiweißquelle für die Bevölkerung in Zimbabwe.
Mit Unterstützung des Welthaus Bielefeld hat ZUBO im Jahr 2015 eine Werkstatt gebaut und eine Ölpresse angeschafft in der Frauen Öle aus Baumsamen pressen. Aus dem natürlichen Öl werden nun Seifen hergestellt, die sowohl auf dem lokalen als auch auf dem internationalen Markt vertrieben werden sollen. Durch die Herstellung und den Verkauf von hochwertigen Seifen wird eine nachhaltige Einkommensquelle für circa 400 Frauen geschaffen. Die Samen werden von den Frauen von wild wachsenden Sträuchern gesammelt und an die Werkstatt verkauft.

Doch die Probleme der Frauen sind vielfältig: Zu den Existenznöten kommen familiäre Probleme, Krankheit, Gewalt etc. ZUBO berät auch hier und vermittelt zu anderen Hilfsstrukturen.

Was ZUBO in Zukunft noch erreichen möchte

ZUBO ist eine kleine Organisation, die mit wenigen Mitarbeiterinnen arbeitet. 2019 wurde neben der Werkstatt ein weiteres Gebäude mit einem kleinen Büro und einem großen Lagerraum gebaut, in dem sowohl die Samen als auch die fertigen Produkte sicher gelagert werden können. Auch wurde eine zweite Ölpresse angeschafft. ZUBO möchte die Produktion und den Vertrieb der Seifen mit dem Ziel der Nachhaltigkeit weiter verbessern und plant dazu auch regelmäßige Fortbildungen der Produktionsteams und Sammlerinnen.

Mit Unterstützung durch „Brot für die Welt“ baute ZUBO auch ein Frauentrainingszentrum auf, das 2019 fertiggestellt wurde. ZUBO möchte dort in den kommenden Jahren die Frauen in Binga auf vielfältige Weise durch verschiedene Einkommen schaffende Maßnahmen, Training und Beratung unterstützen.

ZUBO plant auch, angesichts der drastischen Auswirkungen des Klimawandels – in Kooperation mit dem Welthaus Bielefeld – ein Wasserprojekt zur Bewässerung von kommunalen Gärten und Gewinnung von Trinkwasser.

 

 

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, so können Sie dies auf folgendem Weg tun:
Empfänger: Welthaus Bielefeld e.V.
IBAN DE91 4805 0161 0000 0908 94 | BIC: SPBIDE3BXXX | Sparkasse Bielefeld | Stichwort: Zubo

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