Peru

Ernährungssouveränität

Ernährungssicherheit für indigene Familien im Andenhochland

Tayacaja zählt zu einer der ärmsten Provinzen Perus. Die hier lebenden Familien bewirtschaften die steilen Hänge der Hochanden in Subsistenzwirtschaft. Staatliche Programme erreichen die abgelegene Region nicht. Der Einfluss globaler Nahrungsmittelkonzerne hat das Wissen über traditionelle Anbaumethoden zurückgedrängt und die Abhängigkeit der Kleinbäuer*innen von Kunstdünger und externem Saatgut verschärft. Klimatische Veränderungen haben zu Missernten geführt - zunehmende Ernährungsunsicherheit ist die Folge.

Das Projekt

Hier setzt das Projekt an: Die betroffenen Familien sollen die Ernährungskrise überwinden und agrarökologische Produktionsmethoden erlernen und anwenden. Unsere Partnerorganisation ADECAP soll das notwendige Wissen aufbauen und weitergeben. Unser Ansatz setzt auf Schulungen, Vernetzungs- und Advocacy-Arbeit. Neben der agrarökologischen Schulung der Bevölkerung liegt ein Schwerpunkt auf der Stärkung unserer Projektpartner. Durch die Mitarbeit in Netzwerken von agrarökologisch produzierenden Kleinbauernvereinigungen sollen Austausch, Schulungen, Vermarktungsmöglichkeiten und Einfluss auf Umsetzung vorhandener Gesetze erreicht werden. ADECAP soll in die Lage versetzt werden, das Prinzip der Ernährungssouveränität wirtschaftlich (Vermarktung und Werbung für faire Bioprodukte auf lokalen Märkten) sowie politisch vor dem Landwirtschaftsministerium zu vertreten.

Bereits in den ersten Projektmonaten 2019 hat ADECAP die teilnehmenden Familien besucht und Versammlungen organisiert. Auch konnten an die jeweiligen klimatischen Bedingungen angepasstes Saatgut sowie Zutaten für natürliche Fungizide erworben und verteilt werden. In Schulungen wurde das Wissen zur Herstellung des Fungizids und zu agrarökologischen Anbaumethoden vermittelt und angewendet. Weiterbildungs- und Vernetzungsveranstaltungen für ADECAP haben stattgefunden.

Diese Maßnahmen haben den Grundstein für eine Verbesserung der Ernährungssituation in den zehn Projektgemeinden gelegt. Der Einsatz traditionellen Saatgutsund das Know How zu agrarökologischen Anbaumethoden haben die Resilienz gegenüber Krisen wie Über-schwemmungen und Dürre erhöht und die Abhängigkeit von großen Saatgutproduzenten verringert. Die eigene Herstellung von ökologischen Düngern und Pestiziden erspart den Familien Ausgaben und den Umgang mit giftigen chemischen Substanzen. ADECAP hat das Wissen mit leicht verständlichen Faltblättern verbreitet.

Corona-Pandemie seit 2020

Der zur Bekämpfung der Corona-Pandemie landesweit verhängte Lockdown hat die Durchführung des Projekts beeinträchtigt. Bereits im März 2020 wurde in weiten Teilen Perus eine strikte Ausgangssperre verhängt. Besonders die arme Bevölkerung leidet unter den Einschränkungen und ihren negativen Folgen. Glücklicherweise konnte die erste Ernte noch zu Beginn der Pandemie eingebracht werden. Es fehlte jedoch an Nahrungsmitteln, die gekauft werden müssen wie Salz, Öl, Zucker und Reis. Außerdem wurden Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt. So wurden Informationen zur Ansteckungsvermeidung und Erkennung von Covid-19-Erkrankungen verteilt sowie Seifen und Atemschutzmasken ausgegeben. Hiervon profitierten 1.536 besonders arme Familien, insgesamt etwa 9.000 Personen.

 

Agenda 2030

In unserer Arbeit orientieren wir uns an den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals).

Bei diesem Projekt stehen vor allem folgende SDGs im Fokus:

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, so können Sie dies auf folgendem Weg tun:
Empfänger: Welthaus Bielefeld e.V.
IBAN DE91 4805 0161 0000 0908 94 | BIC: SPBIDE3BXXX | Sparkasse Bielefeld | Stichwort: Ernährung

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