Projektplätze Mexiko 2012/2013:     

Unsere Partnerprojekte befinden sich in den Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, die im Süden Mexikos liegen. Gut ein Drittel der Bevölkerung von Chiapas sind Indigene verschiedener Ethnien, die hauptsächlich in ländlichen Regionen leben, in Oaxaca ist der Anteil der indigenen Bevölkerung noch größer. Kennzeichnend sind der hohe Grad an Marginalisierung und - damit verbunden - die starke Abwanderung: Lebensbedingungen, die geprägt sind durch extreme Armut und das Fehlen eines  Zugangs zu adäquater Gesundheit oder Bildung. Durch soziale und politische Konflikte sind Vertreibungen aus den ländlichen Gemeinden häufig geworden, so dass die Armenviertel am Stadtrand der ruralen Zonen täglich zunehmen. Große Teile der Bevölkerung migrieren Richtung Norden - oft mit Ziel USA. Im städtischen Kontext sind Diskriminierung und Rassismus an der Tagesordnung, arbeitende Kinder und Jugendliche gehören zum Stadtbild.


Chiapas, ein ressourcenreicher Bundesstaat mit großer kultureller und biologischer Vielfalt wurde durch den zapatistischen Aufstand von 1994 international bekannt. Nach nur 12 Tagen bewaffneter Auseinandersetzungen traten die Aufständischen der indianischen Befreiungsbewegung EZLN in Verhandlungen mit der Regierung. Da ein unterschriebenes Abkommen nie von der Regierung umgesetzt wurde, sind viele indigene Gemeinden heute dabei, ihre Vorstellungen von Selbstbestimmung und Autonomie in der Praxis umzusetzen. An den sozialen Missständen, die zum Konflikt geführt haben, hat sich leider bis heute nichts geändert.

Allerdings prägt der Konflikt weiterhin das Geschehen in Chiapas. Viele Gemeinden sind polarisiert. Die Region hat viel internationale Aufmerksamkeit bekommen, viele Organisationen haben sich gegründet, um an der Verbesserung der Lebensbedingungen indigener Menschen beizutragen, internationale Gelder sind nach Chiapas geflossen. San Cristóbal ist der Sitz vieler NGOs, und hat auch eine hohe Dichte an internationalen Freiwilligen, so dass es eine Parallelstruktur zu dem Leben und dem Alltag der einheimischen Bevölkerung gibt. Auch für Freiwillige ist es wichtig, sich mit dem Konflikt auseinander zu setzen.

Auch im ebenfalls wunderschönen Bundesstaat Oaxaca gibt es eine Vielzahl politischer Auseinandersetzungen. Diese sind verbunden mit der großen Unzufriedenheit der Bevölkerung über den ungerechten Zugang zu Land, Bildung und medizinischer Versorgung. Oft führen auch Machtkämpfe der alten, korrupten politischen Elite zu Konflikten. Für internationales Aufsehen sorgte 2006 ein mehrmonatiger Protest der oaxakenischen Bevölkerung gegen den damaligen autorität agierenden Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz (2004-2010). Ortiz gehörte der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) an, die in Oaxaca ca. 80 Jahre das Sagen hatte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische und soziale Situation nach der Machtübernahme eines oppositionellen Bündnisses im Dezember 2010 entwickeln wird. Die blutige Niederschlagung des überwiegend friedlichen Volksaufstands in 2006, an dem auch viele indigene Dörfer aus entlegenen Regionen teilnahmen, war mit einer großen Anzahl von Menschenrechtsverletzungen verbunden. Diese wurdenfast alle bis heute nicht strafrechtlich aufgeklärt und verfolgt. Die ungerechten Lebensbedingungen, die ein wichtiger Grund für die Entstehung der Protestbewegung waren, haben sich nicht verbessert. Eine Auseinandersetzung mit den Gründen für die Proteste, ihrem Verlauf sowie dem Handeln der Regierung ist auch hier unabdingbar für Freiwillige.

 

Seit die Rechtskonservative Regierung in Mexiko mit ihrem Präsidenten Felipe Calderon (Amtsantritt 2006) den Drogenkartellen den Krieg angekündigt hat, hat die Gewalt im Land extrem zugenommen. Die Regionen, in denen sich unsere Projekte befinden, sind bisher weniger unmittelbar vom Drogenkrieg betroffen, doch hat die Militarisierung auch dort die Repression gegen soziale Bewegungen verschärft.

Chiapas: Alle Projektplätze befinden sich in den Städten San Cristóbal, Comitán und Ocosingo und arbeiten entweder mit ländlicher oder marginalisierter städtischer Bevölkerung zusammen. Alle Partnerorganisationen in Chiapas haben Erfahrung mit ausländischen Freiwilligen. Die Freiwilligen werden vor Ort von der deutschen Mentorin Gerdi Seidl betreut. Die Unterkunft erfolgt in Familien oder WGs, in einigen wenigen Projekten bei MitarbeiterInnen der Organisationen. In Chiapas finden auch regelmäßige Treffen mit den Partnerorganisationen statt, bei denen Fragen, die den Freiwilligendienst betreffen, erörtert werden können.

Oaxaca: In Oaxaca haben wir zurzeit vier Projektplätze, zwei davon befinden sich in ländlichen Regionen und sind etwa je drei Stunden von Oaxaca- Stadt entfernt. Zwei Projektplätze befinden sich in Oaxaca-Stadt. Die Freiwilligen werden von der deutschen Mentorin Anita Bayer betreut, die eine Anlaufstelle auch für die Freiwilligen auf dem Land darstellt. Das Projekt OIDHO ist Partnerorganisation unseres Kooperationspartners Promovio, e. V. (www.promovio.org). Promovio ist deshalb bei der Auswahl und der Vorbereitung beteiligt. Voraussichtlich werden zukünftig auch zwei weitere, zusätzliche Freiwillige einer anderen Entsendeorganisation in Oaxaca zusammen mit den Welthaus- Freiwilligen vorbereitet und vor Ort betreut.

Für alle Projektplätze sind gute Spanischkenntnisse, Eigenständigkeit, Flexibilität und Geduld erforderlich. Besondere Voraussetzungen werden bei den einzelnen Plätzen beschrieben.

 

Centro de Desarrollo Pequeño Sol, A.C.

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas

Projekt zur Umwelterziehung innerhalb der Schule "Pequeño Sol"        

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Consorcio para el Diálogo Parlamentario y Equidad Oaxaca A.C.

Oaxaca

Arbeit im Bereich der Frauenrechte

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Educaión para la Paz, A.C.

Comitán

Ländliche Entwicklung, sowie Gesundheit und Ernährung

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Enlace, Comunicación y Capacitación, A.C. 

Comitán

Förderung der gemeinschaftlichen Arbeit in "Las Margaritas & Grenzgebiet Comitán"                                                                  

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Enlace, Comunicación y Capacitación, A.C.

Ocosingo

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Fundación Yirtrak A.C.

Chiapas

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Hogar Comunitario Yach’il Antsetik, A.C.

San Cristóbal de las Casas, Chiapas

Arbeit im städtischen Bereich, mit indigenen Frauen und Kindern

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Kinal Antsetik

San Cristóbal de las Casas, Chiapas

Hochland, Bildungsarbeit mit indigenen Frauen, Kunsthandwerkskooperative

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La Casita

Oaxaca

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Bidlungsbereich

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Majomut

San Cristóbal de Las Casas

Arbeit im ländlichen Bereich, Ausgangspunkt: San Cristóbal de las Casas

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Marie Stopes/ AMASS A.C.

Chiapas

Ende diesen Jahres wird sich herausstellen, ob der Platz besetzt wird.

Voraussichtlich im Bereich sexuelle Aufklärung.

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Melel Xojobal, A.C.

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas

Arbeit im städtischen Bereich, Arbeit mit Jugendlichen, Kindern

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Mensajeros de la Paz Chiapas, A.C.

San Cristóbal de las Casas, Chiapas

Arbeit mit marginalisierten Kindern in einem Kinderheim

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Organizaciones Indias por los Derechos Humanos en Oaxaca OIDHO A.C.

Oaxaca

Mitarbeit in einer politischen, indigenen Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte

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Otros Mundos Chiapas, A.C.

Chiapas

Unterstützung beim Schutz der natürlichen Ressourcen

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Promedios de Comunicación Comunitaria, A.C.

Chiapas

Arbeit im städtischen und ländlichen Bereich, Ausgangspunkt: San Cristóbal de las Casas

     

Besondere Voraussetzungen:                                                                      für Freiwillige mit Medienkenntnissen und Interesse am politischen Kontext

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Sanando Heridas

San Cristóbal de las Casas, Chiapas

Unterstützung bei der Gesundheitsbildung indigener Kindern
und Frauen

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SYJAC ( Skolta`el Yu´um Jlulmatic A.C.)

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas

Arbeit mit Menschen aus marginalisierten Stadtvierteln in einem Stadtteilzentrum, vor allem im Kindergarten                                                 

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Tequio Jurídico

Oaxaca

Unterstützung indigener Rechte durch Öffentlichkeitsarbeit

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Tsomanotik A.C.

Tzimol, Chiapas

Nachhaltige Landwirtschaft und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu Umweltthemen

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1. Quartalsberichte weltwärts