ACOSADE - Ländliche Entwicklung in Mosambik
Die Organisation ACOSADE liegt im Distrikt Xai-Xai in Süd-Mosambik. Sie hilft Gemeinden in den Bereichen Landrechte, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit. Auch Aktivitäten rund um das Thema HIV / Aids werden durchgeführt.
Im Bereich der Ernährungssicherheit wurden von ACOSADE schon unterschiedliche Projekte realisiert, so zum Beispiel das Pflanzen von Bäumen (u.a. Obstbäume), um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, gleichzeitig die Erosion zu bekämpfen und die Ernährung zu sichern.
Zusammen mit SODI e.V. unterstützt das Welthaus Bielefeld das momentane AIDS Projekt von ACOSADE. Zur Zielgruppe der HIV / Aids Aktivitäten zählen 300 Familien die von der Krankheit betroffen sind. Die Familien erhalten Enten, Erpel, Samen und Setzlinge und werden in Tierhaltung und Landwirtschaft geschult. So können sie ihr Einkommen deutlich aufbessern und dafür sorgen, dass die Familienangehörigen, die an HIV / Aids leiden, Zugang zu Medikamenten haben und ausreichend ernährt sind, denn schlecht ernährte Menschen können die Nebenwirkungen von Arzneimitteln schlechter verkraften.
Zusätzlich profitieren 25 Frauen aus der Zielgruppe von dem Projekt durch (1.) ein Ausbildungsseminar zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und (2.) Teilnahme an Veranstaltungen zum Leben mit HIV / AIDS. Die Frauen sollen als Multiplikatorinnen das Erlernte an weitere Personen und Interessierte weitergeben.
Diese Familien brauchen Ihre Unterstützung für:
· den Erwerb von Enten und Erpeln
· den Erwerb von Saatgut
· Aufklärungsveranstaltungen über ein Leben mit HIV / Aids
Zum Hintergrund des Projekts:
Mosambik gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (Rang 165 von 169). Die Lebenserwartung liegt bei 48,6 Jahren.
Über 50% der Bevölkerung Mosambiks lebt unter der Armutsgrenze.
Wie viele Staaten des südlichen Afrika ist auch Mosambik sehr stark von der HIV / AIDS-Pandemie betroffen. Insbesondere die Altersgruppe zwischen 15-24 Jahre ist überproportional betroffen. AIDS stellt in Mosambik die zweithäufigste Todesursache nach Malaria dar. Laut UNDP sind Personen, die von HIV / AIDS selbst oder in der familiären Umgebung betroffen sind, oft von Stigmatisierung und Ausgrenzung betroffen. Es wird davon ausgegangen, dass der hohe Anteil an von HIV / AIDS betroffenen Menschen negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum des Landes hat.
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf Portugiesisch auf folgender Homepage: www.municipiobeira.gov.mz/
Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, so können Sie dies auf folgendem Weg tun:
Auslandsprojektekonto: 106 666
Sparkasse Bielefeld, BLZ 480 501 61
Stichwort: Acosade
Jetzt online spenden: Zum Spendenformular
Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung wird automatisch verschickt.
Herzlichen Dank!
Ein Artikel von Malte Plewa (ehemaliger weltwärts Freiwilliger 2010 / 2011), der in der Sommer Ausgabe 2011 von welthaus info erschienen ist:
Landraub verhindert Lebensperspektiven
Wie Bauern in Mosambik von ihrem Land vertrieben werden und was sie dagegen tun, berichtet der weltwärts-Freiwillige Malte Plewa
Bürokratie wird groß geschrieben in Mosambik. Das habe ich nicht nur bei meinem mehrmonatigen Kampf um eine Aufenthaltserlaubnis erfahren sondern auch bei der Arbeit in der Nichtregierungsorganisation ACOSADE, einer „Gemeinnützigen Organisation für Gesundheit und Entwicklung“. Neben vielen Projekten hilft ACOSADE abgelegenen Gemeinden etwas zu gründen, was man in Deutschland eine landwirtschaftliche Genossenschaft nennen würde.
Diese Genossenschaften sind für die Kleinbauern in den Gemeinden dort äußerst nötig. Denn viele bauen ihre Nahrungsmittel seit Jahrzehnten auf demselben Grund an und sehen ihn als ihr eigenes, traditionelles Land an. Doch es passiert immer öfter, dass Investoren aus Südafrika, Asien oder der westlichen Welt in die abgelegenen Regionen vorstoßen und anfangen das Land wirtschaftlich zu nutzen.
Ausländische Investoren sichern sich die Böden
Die Menschen dort können nichts dagegen tun – sie haben ihr Land nie offiziell überschrieben bekommen. Sie haben oft nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, zu einem vielleicht über 100 Kilometer entfernten Amt zu gehen, um Formulare auszufüllen, damit sie weiter auf diesem Boden anbauen dürfen. Doch mit genau diesen Formularen übernehmen die Investoren nun das Land der Gemeinden – und hinterlassen die Bauern und Anwohner in einer prekären Situation.
Um sich in Mosambik ein Stück Land zu sichern, braucht man ein sogenanntes „Duat“ – das Recht, für 50 Jahre die Erde für seine Zwecke zu nutzen. Das wurde vor einigen Jahren eingeführt, um eben den Landraub („Landgrabbing“) oder Umweltschäden zu vermeiden. Da viele Menschen aus abgelegenen Regionen von dem Gesetz allerdings nie etwas gehört haben, hat die gut gemeinte Idee oft schlimme Folgen.
ACOSADE hat es sich deshalb mit der Unterstützung einer „Initiative zur Sicherung von Landrechten von Gemeinden“ (ITC) zur Aufgabe gemacht, den Menschen dabei zu helfen, ihr traditionelles Anbaugebiet zu legalisieren. Das geschieht zunächst durch Aufklärungsarbeit. Die Mitarbeiter von ACOSADE fahren in die Regionen, halten Seminare über Landrecht, verteilen Gesetzesschriften und erklären den Gemeinden, was ihre Rechte und Pflichten sind. Und wie sie eine Genossenschaft gründen und somit ihr Land sichern können.
Genossenschaften gegen den „Landraub“
Momentan geschieht dies beispielsweise in einer Gemeinde im Distrikt Guijá in der Gaza-Provinz. Die Gemeinde hat mit Hilfe von ACOSADE eine Genossenschaft gegründet, in der jeder Mitglied werden kann, der traditionell auf einem Stück Land etwas anbaut. Als Mitglied der Genossenschaft gibt der Bauer 20 Prozent seines Landes an die Gemeinschaft. Der Ertrag des Landstücks gehört fortan allen Mitgliedern der Genossenschaft. Dies dient als Versicherung für die Gemeinschaft. Falls ein Mitglied mal unter einer Missernte leidet, erhält es aus dem Gemeinschaftstopf eine Kompensation.
Soweit, so gut. Doch wie gesagt: Mosambik ist ein bürokratischer Staat. Um das Land nun – es handelt sich um 530 Hektar – als Nutzfläche legal überschrieben zu bekommen, sind einige Schritte nötig, die für die meisten Gemeindemitglieder vollkommen unverständlich sind. Es müssen Anträge auf Portugiesisch geschrieben werden, obwohl viele Menschen hier nur Shangana sprechen. Es müssen Nutzungspläne eingereicht, Finanzübersichten erstellt und lange Formulare ausgefüllt werden. Allein wären die Leute hier verloren.
Bei all dem hilft ACOSADE. Aber die Überschreibung des Landes als Nutzfläche ist noch aus einem anderen Grund dringend nötig. Als eingetragene Agrargenossenschaft stehen die Chancen besser, dass die Region mit Strom versorgt wird. Nicht das es so wäre, dass es hier keine Stromleitungen gäbe. Es gibt mehr als genug. Aber sie führen durch die Region hindurch bis nach Zimbabwe, wohin der Strom verkauft wird. Für die Menschen hier wird keine Energie abgezweigt.
Als eingetragene Vereinigung mit Nutzland kann ein Antrag auf Strom gestellt werden – womit dann auch die elektrische Pumpe zur Feldbewässerung, die von ITC finanziert wurde, in Betrieb gehen kann.
In anderen Teilen des Landes hat ACOSADE solche Projekte bereits erfolgreich durchgeführt. In Bahúle etwa, 250 Kilometer nördlich von Maputo, wachsen auf legalisiertem Genossenschaftsland saftige Ananas, Maniok und Orangenbäume. Und der dort produzierte Honig soll bald fertig sein zum Verkauf. Das Laden dafür steht schon. Natürlich alles mit den richtigen Dokumenten.
Malte Plewa (19 Jahre) ist weltwärts-Aktivist vom Welthaus Bielefeld in der Provinz Gaza, Mosambik.

