Das „Globale Lernen“ als Bildungskonzept

Definitionsvorschlag:
Globales Lernen unterstützt den Erwerb von Kompetenzen, die wir brauchen, um uns in der Weltgesellschaft - heute und in Zukunft - zu orientieren und verantwortlich zu leben.

Globales Lernen zielt also nicht auf ein bestimmtes Wissensgebiet, sondern auf den Erwerb von Schlüsselkompetenzen, von denjenigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen brauchen, um in verantwortlicher und solidarischer und nachhaltiger Weise als Weltbürger zu leben.

Was ist „Globales Lernen“?

„Globales Lernen“ (GL) versteht sich als ein Bildungskonzept, das alle Lernbereiche berührt. GL will sowohl die Orientierung für das eigene Leben in der globalisierten Weltgesellschaft unterstützen als auch umgekehrt danach fragen, was wir im Sinne einer humanen Weltgesellschaft (Gerechtigkeit und Erhaltung der Erde) tun können oder sollten („global denken – lokal handeln“).

Die Methoden des „Globalen Lernens“ sind darauf ausgerichtet, den Erwerb von Gestaltungskompetenzen (s.u.) zu unterstützen. „Ganzheitliche Methoden“, die den einzelnen mit seinen Widersprüchen und Bedürfnissen zum Subjekt der Lernprozesse machen, stehen daher im Vordergrund.

Das Globale Lernen strebt den Erwerb von umfassenden Gestaltungskompetenzen an. Dazu gehören:

Welche Kompetenzen braucht das "Globale Lernen?"

Erkennen

Fähigkeit
zur Orientierung in komplexen Themenfeldern

Fähigkeit
zum Perspektivenwechsel, zur Betrachtung von Sachverhalten aus der Sicht anderer

Fähigkeit
zur globalen Weltsicht, zur Analyse der globalen Folgen individueller und politischer Verhaltensweisen

Urteilen

Fähigkeit
zum Umgang mit Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen

Fähigkeit
zur kritischen Reflexion eigener und fremder Interessen

Fähigkeit
zur Empathie, zum emotionalen Mitfühlen

Fähigkeit
zur Bewertung von Entwicklungen auf dem Hintergrund des Leitbildes einer „nachhaltigen Entwicklung“

handeln

Fähigkeit
zur Solidarität, die Bereitschaft, sich einzumischen zugunsten von Notleidenden und Benachteiligten.

Fähigkeit
zum Engagement, zum Entdecken politischer und individueller Handlungsmöglichkeiten

Fähigkeit
zur Partizipation, zum Einbringen seiner Interessen und Wertvorstellungen in Gruppen und in politische Prozesse

Dieses Kompetenzmodell folgt weitgehend der Aufstellung, wie sie im „Orientierungsrahmen globale Entwicklung der Kultusministerkonferenz formuliert wurde.

Der Begriff des Globalen Lernens ist weder einheitlich definiert noch kann seine konzeptionelle Entwicklung als abgeschlossen betrachtet werden. Auch die Abgrenzungen gegenüber anderen Begrifflichkeiten wie „entwicklungspolitische Bildung“, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ oder auch „interkulturelles Lernen“ sind nicht trennscharf. Das Globale Lernen hat eher eine spezifische Tradition, die vor allem mit der Arbeit von entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen verbunden ist. Die konzeptionelle Debatte können Sie im Jahrbuch Globales Lernen 2007-2008 ein Stück weit nachvollziehen. Das Buch ist kostenlos unter Publikationen zu beziehen.

Zum Weiterlesen:

Diverse Newsletter versuchen, über neue Angebote, Materialien und Veranstaltungen des globalen Lernens zu informieren. Kostenlos können z.B. der Newsletter „Bildungsauftrag Nord-Süd",  der Newsletter "Globales Lernen" auf dem Hessischen Bildungsserver oder auch der EWIK-Newsletter "Globales Lernen" abonniert werden.

Neue Unterrichtsmaterialien

Neues Materialienverzeichnis EINE WELT IM UNTERRICHT - 2012

Eröffnung des ersten Millenniums-Radwegs Deutschlands