Unser Fleisch macht Hunger!

- © UN Photo/Logan Abassi
„Ich habe davon gehört, dass die Menschen in Europa morgens und abends essen. Und dann trinken sie noch Tee. Danach wird wieder gegessen.“
Ng´ikito Lomunukuny, Kenia14
Wie Ng´ikito aus Kenia hungern etwa 1 Milliarde Menschen auf der Erde: das ist 12 mal die Einwohnerzahl Deutschlands.15
- Nur etwa die Hälfte der Weltgetreideproduktion dient der unmittelbaren Ernährung.
- Auch unsere selektive Nachfrage nach den Filetstücken beeinflusst die Nahrungs- und Einkommenssituation in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern.
- Ausgehend von unserer Nachfrage fördert die europäische Agrarpolitik insbesondere die Massenproduktion von Fleisch. Es entstehen gewaltige Überschüsse von Fleisch und Fleischresten in Europa.
- Allein aus Deutschland wurden im Jahr 2010 fast 50.000 Tonnen Billig-Fleischreste (Geflügel- und Schweinefleisch) nach Afrika exportiert.16
- Das Billig-Fleisch aus Europa zerstört die lokalen Märkte in Afrika. Die einheimischen Produkte können auf den afrikanischen Märkten nicht mehr verkauft werden. Afrikanische Bäuerinnen und Bauern verlieren ihre Einkommensquellen.
- Das gefrorene Billig-Fleisch kann die Bevölkerung krank machen, weil Kühlketten nicht eingehalten werden können.
- Die Gier der Industrieländer auf Fleisch verschlingt fast 35% der Weltgetreideernte.17
- Tiere für die Fleischproduktion werden hauptsächlich mit Soja gemästet. Der Anbau von Soja benötigt große Flächen.18
- Mit 41 Millionen Tonnen pro Jahr ist die EU noch vor China der weltweit größte Importeur von Soja.19
- Diese Importe stammen meist aus Südamerika. Der so genannte Sojagürtel Südamerikas umfasst eine Fläche, die 1,4 mal so groß ist wie Deutschland.20
- In 2007 wurden durch den Soja-Anbau in Brasilien, Argentinien und Paraguay schätzungsweise bis zu 4 Millionen Menschen von ihrem Land vertrieben.25
- Ohne Möglichkeiten Nahrung für den Eigenbedarf zu produzieren, flüchtet die Landbevölkerung meist in die Armenviertel der Städte.

