Warum engagiert sich das Welthaus Bielefeld in Mosambik?

Überschwemmungen, Dürren und Stürme sind die traurigen Ereignisse, die Mosambik in den letzen Jahren in die deutschen Medien gebracht haben. Nach einem langen Befreiunskampf gegen die Kolonialmacht Portugal erlangte das Land1975 die Unabhängigkeit, stürzte dann aber zwei Jahre später in einen 16- jährigen grausamen Bürgerkrieg, geschürt von den weißen Minderheitsregimen in Südafrika und Rhodesien. Die langen Kolonial- und Kriegszeiten, der niedrige Bildungsstand und die zerstörte Infrastruktur haben Mosambik von internationaler Hilfe abhängig werden lassen. Obwohl Mosambik immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, können seit 1994 viele positive Entwicklungen in Bezug auf Wirtschaftswachstum, Bildungsinvestitionen und Armutsbekämpfung verzeichnet werden.

HIV/ AIDS ist eines der größten Probleme des Landes. 16,2% der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 49 Jahren gelten als infiziert, zehn Jahre zuvor waren es erst 4,3%. Ende 2003 wurde die Anzahl der infizierten Erwachsenen auf 1,3 Mio., die der infizierten Kinder (bis 15 Jahren) auf 99.000 geschätzt. Der Verlust von Lehrern, Krankenpflegern, Polizisten, Zollbeamten, von Arbeitern in der Landwirtschaft und in der Industrie hat zerstörerische Auswirkungen auf die sozioökonomische Situation in Mosambik. Der Staat müsste, um eine Stelle im Bereich Schule, Gesundheit, Polizei oder Zoll adäquat zu besetzen, inzwischen drei Menschen ausbilden. Dafür reichen die Kapazitäten nicht aus. Das Resultat ist, dass sich das Niveau der Versorgung in diesen Bereichen - trotz größerer Investitionen - auf gleichem Niveau hält oder sogar sinkt. 80% der MosambikanerInnen leben von der landwirtschaftlich Subsistenzproduktion – mit den sterbenden einkommensschaffenden Generationen geht diese Produktion zurück.

In Bezug auf HIV/AIDS gibt es in Mosambik eigentlich nur zwei Arten von Menschen: die Infizierten und die Betroffenen. Kaum ein Haushalt im Land, der von den Auswirkungen der Krankheit AIDS verschont ist; Kranke gilt es zu pflegen, Verstorbene zu beerdigen, Waisenkinder zu betreuen und Ernährer zu ersetzen. Die Folgen müssen oft Kinder und Jugendliche tragen, die das langsame oder schnelle Sterben der Eltern unvorbereitet miterleben und dann als selbst noch Minderjährige für ihre jüngeren Geschwister sorgen und ihnen die Eltern ersetzen müssen. Überforderung, Traumatisierung und Schulabbruch sind die Ergebnisse. Die Zahl der Aidswaisen wird von UNICEF derzeit auf etwa 320.000 geschätzt. AIDS gehört zunehmend zu den Hauptkrankheiten und Haupttodesursachen von Kindern. Langfristig kann nur die Verhinderung weiterer Infektionen diesen Trend stoppen.

Das Welthaus Bielefeld unterstützt Arbeit mit Aidswaisen und Aids- Aufklärungsprojekte. Bereits während des Bürgerkrieges hat das Welthaus Bielefeld mit der Unterstützung ländlicher Schulzentren begonnen. Die Förderung von Internaten sowie Grund- und Sekundarschulen erfolgt insbesondere im Zusammenhang mit verschiedenen deutsch-mosambikanischen Schulpartnerschaften. An rund zwanzig deutschen Schulen pflegen Schüler und Lehrer z.T. bereits seit vielen Jahren aktiv Kontakte zu Schulen in Mosambik. Informationen über diese Schulpartnerschaften hält der KoordinierungsKreis Mosambik e.V. (www.kkmosambik.de), ebenfalls ein Partner des Welthaus Bielefeld, bereit.

ACOSADE - Ländliche Entwicklung in Mosambik

Das AIDS-Präventionsprojekt REVIDA