Warum engagiert sich das Welthaus Bielefeld in Burundi?

 

Das Welthaus engagiert sich in Burundi, da es eines der ärmsten Länder der Welt ist, das zudem von jahrzehntelangem Krieg und Gewalt betroffen war.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Burundi zusammen mit Ruanda der Kolonie Deutsch- Ostafrika zugeordnet. Während des ersten Weltkrieges gelang Burundi unter belgischem Mandat. 1962 erlangte das Land seine Unabhängigkeit, die durch jahrzehntelange Machtkämpfe, durch Widerstand, Repression und ein Bürgerkrieg von beispielloser Grausamkeit geprägt war. Einen Höhepunkt erreichte die Gewalt 1972, zu dieser Zeit gab es etwa 100,000 bis 300,000 Opfer. Eine weitere Gewaltwelle wird 1993 eingeleitet durch die Ermordung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten. Auch nach 1993 wird von 250,000 Toten gesprochen und von etwa 1,3 Millionen Vertriebenen. Das Friedensabkommen von 2000 war schwer durchzusetzen. Und erst 2003 wurde ein Waffenstillstandsabkommen mit den meisten Rebellengruppen geschlossen. Doch noch im Frühjahr 2008 kam es nach jahrelangem Waffenstillstand zum Angriff der letzten Rebellengruppe auf die Hauptstadt Bujumbura. Der Friedensprozess ist also gefährdet.  Im Jahr 2005 kam es zu den ersten freien Wahlen. In den letzten Jahren kam es zu erster zivilgesellschaftlicher Organisation und zur Rückkehr einiger Flüchtlinge, ohne dass deren vollkommene Reintegration garantiert ist.

Neben der Stabilisierung des Landes ist die Armut das Hauptproblem, Burundi steht zusammen mit der Demokratischen Republik Kongo und Äthiopien an erster Stelle des Welthungerindex. Die Analphabetenrate beträgt 59 %. Die Lebenserwartung 41 Jahre. Säuglings – und Müttersterblichkeit sind sehr hoch.

Das Welthaus unterstützt die Gemeinde Nyavyamo im südlichen Teil des Landes, da es sich um eine Gemeinde handelt, die Eigeninitiative gezeigt hat, um ihre Entwicklung in die Hand zu nehmen. Bei den Projekten spielt ethnische Zugehörigkeit keine Rolle. Bildung und Gesundheit stehen im Mittelpunkt der geplanten Aktionen.

Nyavyamo war von der Gewaltwelle 1972 stark betroffen, in den 90-iger Jahren waren die Auswirkungen für Nyavyamo geringer. Heute will die Gemeindebevölkerung nach vorne schauen, und sich für eine bessere Zukunft engagieren.