Warum engagiert sich das Welthaus Bielefeld in Brasilien?

Brasilien ist ein Land mit mittlerem Durchschnittseinkommen und die zehntgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, aber auch ein Land, dessen Bevölkerung sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht hat und wo 30% der Menschen unter der Armutsgrenze leben. In keinem anderen Land der Erde klafft die Schere zwischen Armen und Reichen so weit auseinander wie in Brasilien, was auch in der Aussage des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso deutlich wird: "Brasilien ist kein unterentwickeltes Land, sondern eine ungerechte Gesellschaft."

Das Welthaus Bielefeld legt den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Unterstützung von sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen. Der Grund für die Auswahl dieser Zielgruppe liegt auf der Hand: Sie gehört zu den benachteiligsten, ausgebeutetesten, bedürftigsten und verletzlichsten Gruppen der brasilianischen Bevölkerung. Die durch die Projekte unterstützten Kinder und Jugendlichen leben zum Teil auf der Straße und kommen aus Familien, in den Gewalt alltäglich ist. Sie sind von klein auf mit Drogenmissbrauch, Ausbeutung ihrer Arbeitskraft, kommerzieller sexueller Ausbeutung und extremer Armut konfrontiert. Ihnen fehlen funktionierende Familien ebenso wie eine vernünftige Schulausbildung, die ihnen den Weg zu einem besseren Leben ermöglicht.

Um solchen Kindern und Jugendlichen in den Elendsvierteln der Großstädte des brasilianischen Nordostens eine Chance auf Zukunft zu geben, arbeitet das Welthaus Bielefeld mit lokalen Nichtregierungsorganisationen zusammen, die verschiedene Projekte für benachtteilige Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen haben. Da das Land Brasilien im Verhältnis zu dem, was nötig wäre, kaum Geld für soziale Belange zur Verfügung stellt, sind vor allem kleine Nichtregierungsorganisationen auf finanzielle Hilfe von außen angewiesen.

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.